Wie steht es um das Grundwasser in Nürnberg und der Region? Vom 19. bis 23. Oktober 2026 werden an mehr als 1.000 Messstellen Grundwasserstände und Temperaturen erfasst. Die Daten sollen unter anderem beim Grundwasserschutz, bei Stadtentwicklung, Wärmeplanung und Geothermie helfen.

Foto: Stefan Schuster / Umweltamt Stadt Nürnberg
Von Montag bis Freitag, 19. bis 23. Oktober 2026, findet eine groß angelegte Messkampagne an mehr als 1 000 Grundwasser-Messstellen im Stadtgebiet Nürnberg sowie in der Städteachse Erlangen-Fürth-Schwabach statt. Bei dieser sogenannten Stichtagsmessung werden flächendeckend Temperatur und Stände des Grundwassers erfasst.
Dadurch entsteht ein besonders detailliertes Bild der regionalen Grundwassersituation. Von den Ergebnissen profitieren unter anderem der Grundwasserschutz, die Stadt- und Infrastruktur-planung, die Wärmeplanung sowie Gutachter, Bauherren und Eigentümer.
„Je besser wir unser Grundwasser kennen, desto besser können wir es schützen und nachhaltig nutzen. Die Stichtagsmessung liefert dafür eine wertvolle Datengrundlage und hilft uns, wichtige Entscheidungen für Grundwasserschutz, Stadtentwicklung und Klimaanpassung auf eine verlässliche Basis zu stellen“, sagt Britta Walthelm, Referentin für Umwelt und Gesundheit der Stadt Nürnberg.
Die Stadt Nürnberg beteiligt sich mit einer zeitgleichen Messkampagne aus ihrem langjährigen Grundwasser-Monitoring. Zahlreiche Messtrupps werden hierfür im Stadtgebiet mit Pkw oder Fahrrädern unterwegs sein. Die Messung selbst ist unkompliziert: Nach dem Öffnen der Messstelle wird ein Kabellichtlot zur Ermittlung der Messwerte hinabgelassen.
Die gewonnenen Daten helfen auch, vorhandene Georessourcen wie Kälte und Wärme besser einzuschätzen und unterschiedliche Nutzungen des Untergrunds zu koordinieren: „Grundwasser und Geothermie gewinnen für die Energiewende zunehmend an Bedeutung. Um diese Potenziale verantwortungsvoll zu nutzen, benötigen wir die Daten der Stichtagsmessung“, betont Britta Walthelm. „Zudem passen wir daraufhin unser kommunales Grundwasser-Monitoring an und präzisieren es“, ergänzt die städtische Umwelt- und Gesundheitsreferentin.
Unterstützung durch Eigentümer und Betreiber
Ein Teil der Messstellen und Brunnen befindet sich auf privaten, landwirtschaftlich oder gewerblich genutzten Grundstücken. Eigentümerinnen und Eigentümer sowie Betreiberinnen und Betreiber können die Messkampagne unterstützen, indem sie den Messteams den Zugang zu den Messstellen ermöglichen. Das Personal führt ein offizielles Begleitschreiben mit sich. Alle Angaben zu Eigentümerinnen, Eigentümern oder Betreibenden werden vertraulich behandelt und nicht veröffentlicht.
Die Stichtagsmessung im Rahmen des Forschungsprojektes GeoMaN
Die Technische Universität München (TUM) und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) erfassen gemeinsam mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt, dem Wasserwirtschaftsamt Nürnberg und den vier Stadtkommunen die aktuelle Grundwassersituation in der Region.
Die Messkampagne der TU München und der FAU Erlangen-Nürnberg erfolgt im Rahmen des Forschungsprojektes GeoMaN (Schaffung von Grundlagendaten und Konzepten für das Geologische Untergrund-Management in der „Metropolregion Nürnberg“). Dieses wird vom Bayerischen Landesamt für Umwelt beauftragt und vom Bayerischen Umweltministerium finanziert wird.
Weitere Informationen zum Forschungsprojekt GeoMaN:
www.cee.ed.tum.de/hydro/projects/geothermal-energy-group/geoman/








