Rund 100 Fachleute aus ganz Deutschland kamen am 19. und 20. Oktober 2026 in Nürnberg zusammen, um über bessere Bedingungen für Kinder und Jugendliche zu beraten. Im Mittelpunkt der Fachtagung standen kommunale Kinderrechte, Armutsprävention, Gesundheit, Mobilität, Kinderschutz und Beteiligung.

Foto: Jugendamt Stadt Nürnberg / Anestis Aslanidis
Wie können Kommunen Kindern und Jugendlichen gute Bedingungen für ein gesundes und gelingendes Aufwachsen bieten – auch unter schwierigen finanziellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die bundesweite Fachtagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Kommunaler Kinderinteressenvertretungen e. V. (BAG) gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte am Montag und Dienstag, 19. und 20. Oktober 2026, in Nürnberg. Rund 100 Fachleute und Gäste nutzten die Veranstaltung, um Erfahrungen auszutauschen, Herausforderungen zu diskutieren und gemeinsam Lösungsansätze für die kommunale Praxis zu entwickeln.
Im Mittelpunkt stand Artikel 6 der UN-Kinderrechtskonvention: das Recht jedes Kinds auf Leben, Überleben und Entwicklung. Kommunen tragen eine besondere Verantwortung dafür, dass Kinder und Jugendliche in ihrem Alltag gute Bedingungen vorfinden. Ob Gesundheit, Bildung, Spiel und Freizeit, Mobilität, öffentlicher Raum, Beteiligung oder Schutz vor Armut – kommunale Entscheidungen prägen die Lebensbedingungen junger Menschen unmittelbar.
„Gerade in Zeiten knapper Haushalte dürfen Kinder und Jugendliche nicht aus dem Blick geraten. Ihre Rechte müssen auch unter schwierigen Bedingungen Maßstab unseres Handelns bleiben. Dafür brauchen wir nicht nur gute kommunale Lösungen, sondern auch verlässliche Rahmenbedingungen und ein enges Zusammenspiel von Bund, Ländern und Kommunen“, betonte Dr. Ahmed Nasser, Bürgermeister für Wohnen, Bauen und Stadtentwicklung.
Fachvorträge und praxisorientierte Austauschformate gaben den Teilnehmenden Impulse für ihre Arbeit. In Städtetandems wurden konkrete Erfahrungen und Lösungsansätze aus unterschiedlichen Kommunen vorgestellt und diskutiert. Thematische Schwerpunkte waren unter anderem Armutsprävention und Gesundheit, Klima und Mobilität, Kinderschutz sowie notwendige Aktionsflächen für die junge Generation.

Foto: Jugendamt Stadt Nürnberg / Anestis Aslanidis
„Kinderrechte werden vor Ort konkret. Deshalb brauchen wir starke kommunale Strukturen, um die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen konsequent in Verwaltung und Politik einzubringen. Die BAG schafft mit ihrer Fachtagung zusammen mit der Monitoring-Stelle UN-Kinderrechtskonvention des Deutschen Instituts für Menschenrechte einen wichtigen Raum, in dem Kommunen voneinander lernen, Erfahrungen teilen und gemeinsam an Lösungen arbeiten können“, erklärte Birgit Schreiber, Kinderbeauftragte der Stadt Mannheim und Mitglied im Vorstand der BAG.
Auch die Referentin für Jugend, Senioren und Soziales, Elisabeth Ries, hob die Bedeutung kommunaler Verantwortung hervor: „Wer Kinder und Jugendliche ernst nimmt, stärkt nicht nur ihre persönliche Entwicklung, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt und unsere Demokratie. Kinderrechte sind dabei kein zusätzlicher Auftrag, sondern ein Maßstab für kommunales Handeln. Die Fachtagung bietet die Chance, voneinander zu lernen und gemeinsam daran zu arbeiten, dass Kinder und Jugendliche überall gute Bedingungen für ein gesundes und gelingendes Aufwachsen vorfinden.“
Zehn Jahre gemeinsames Engagement für kommunale Kinderrechte
Die Fachtagung fand in einem besonderen Jahr für die BAG statt, die ihr zehnjähriges Vereinsjubiläum in Nürnberg beging. Die Stadt Nürnberg war mit der Kinderkommission und dem Jugendamt bereits in der Pilotphase an der Entwicklung der BAG beteiligt und gehörte zu ihren Gründungsmitgliedern.
Ein weiterer Bestandteil des Programms war eine Vernissage mit Arbeiten von Kindern und Jugendlichen aus Nürnberg. Sie hatten mit regionalen Künstlerinnen und Künstlern ihre Gedanken zu Artikel 6 auf Bildern und gesprühten Leinwänden zum Ausdruck gebracht. Die Ausstellung verdeutlichte, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche nicht nur zum Gegenstand fachlicher Diskussionen zu machen, sondern ihre Sichtweisen in die Gestaltung ihres Lebensumfelds einzubeziehen. boe
Weitere Informationen sind zu finden unter kinderrechte.nuernberg.de und https://kinderinteressen.de/.








