Die Stadt Nürnberg baut das neue Schulzentrum Südwest mit circa 85 Klassen – Gymnasium und Realschule – für 2 475 Schülerinnen und Schüler in der Pommernstraße 10 in Eibach. Das Projekt umfasst den Neubau der zwei Schulen mit zugehörigen Sporthallen und Freisportanlagen, die Dienststelle des Ministerialbeauftragten für die Realschulen in Mittelfranken sowie eine Schulund Stadtteilbibliothek. Das städtische Hochbauamt hat im September 2023 mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen. Insgesamt erfolgt die Umsetzung in drei Abschnitten. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 213 Millionen Euro, wovon etwa 132 Millionen Euro auf den zweiten Bauabschnitt entfallen.

Foto: (Stadt Nürnberg/Christine Dierenbach)
Oberbürgermeister Marcus König: „Bildung hat oberste Priorität. Wir investieren rund 213 Millionen Euro in das Schulzentrum Südwest und schaffen mehr als nur Schulräume und Sportanlagen. Hier schaffen wir Lebensräume und Räume der Herzensbildung – um unseren Kindern und Jugendlichen beste Chancen zu bieten. Ich danke dem Stadtrat, dass er die Mittel hierfür bereitstellt. Und ich danke dem Freistaat für die Förderung.“
Das Projekt wird bei laufendem Schulbetrieb realisiert. Dabei werden die bestehenden Gebäude schrittweise durch Neubauten ersetzt. Bereits im Jahr 2023 konnte im ersten Bauabschnitt eine neue Dreifachsporthalle in Betrieb genommen werden. Im gerade laufenden zweiten Bauabschnitt entsteht der Ersatzneubau für das Schulgebäude. Die Grundsteinlegung am 11. April 2024 war der offizielle Startschuss für den zweiten Bauabschnitt. Künftig werden im neuen Schulgebäude das SigmundSchuckertGymnasium und die PeterHenleinRealschule untergebracht sein.
Aktueller Stand der Bauarbeiten
Der Rohbau des zweiten Bauabschnitts ist fertiggestellt. Momentan wird intensiv an den Außenfassaden gearbeitet. Diese sollen im zweiten Quartal 2026 fertig sein. Die geklinkerten Lochfassaden des Gemeinschaftsgebäudes sowie der Erdgeschosse der beiden Schulgebäude sind bereits fast vollständig errichtet. Die oberen Stockwerke der Schulgebäude bestehen aus einer Stahlbetonskelettkonstruktion. Dort sind die langen Fensterreihen schon eingebaut, aktuell wird die Installation der Photovoltaikelemente im Bereich der Fensterbrüstungen vorbereitet.
„Mit dem neuen Schulzentrum Südwest schaffen wir eine moderne Lernumgebung, die den Bedürfnissen von Schülerinnen und Schülern ebenso gerecht wird wie denen der Lehrkräfte. Der Campus vereint zeitgemäße Architektur, nachhaltige Bauweise und hervorragende Rahmenbedingungen für Bildung, Sport und Ganztag. Dieses Projekt ist eine wichtige Investition in die Bildungszukunft Nürnbergs“, sagt Schulund Sportreferentin Cornelia Trinkl.
Im Inneren des Gebäudes laufen parallel die Arbeiten an der technischen Ausstattung – zum Beispiel an Heizungs, Lüftungsund Elektrosystemen – sowie der Innenausbau. In einigen Bereichen wurde bereits der Gussasphaltboden verlegt. Auch die Technikzentralen auf den Dächern sind nahezu fertiggestellt. Sobald es die Witterung zulässt, beginnen die Arbeiten zur endgültigen Abdichtung der Dächer inklusive Gründachaufbau. Das Schulzentrum wird voraussichtlich 2028 in Betrieb gehen.
„Trotz der teils erheblichen Kostensteigerungen am Bau bleiben wir mit der Kostenentwicklung deutlich unter der Inflationsrate. Für mich ist das ein besonderer Beweis der Leistungsfähigkeit des städtischen Hochbauamts. Dass eine Kommune ein Projekt dieser Größe mit eigenem Personal stemmt, ist nicht selbstverständlich“, so Planungsund Baureferent Daniel F. Ulrich.
Architektur und Nachhaltigkeit
Der Entwurf des Architekturbüros Staab Architekten sieht einen Schulcampus vor, der aus drei Gebäudeteilen besteht. Die Erschließung des Geländes erfolgt dezentral, also über mehrere Zugänge. An der Ecke Pommernstraße / Werkvolkstraße entsteht ein Vorplatz, der den Haupteingang markiert und direkt in das zentrale Gemeinschaftsgebäude führt. Daran angrenzend befinden sich die beiden Schulgebäude: das Gymnasium im Norden und die Realschule im Osten.
Das Gemeinschaftsgebäude, die unteren Geschosse der Schulgebäude sowie die beiden Sporthallen werden aus massivem Stahlbeton gebaut. Die Lochfassaden erhalten eine Verkleidung aus Klinkersteinen. Die oberen Stockwerke der Schulgebäude bestehen aus einer Stahlbetonskelettkonstruktion. In den Bereichen unterhalb der langen Fensterbänder sowie auf den begrünten Flachdächern werden großflächig Photovoltaikelemente installiert. Zusätzlich entsteht eine Mensa mit eigener Produktionsküche. Diese wird künftig täglich frische Mahlzeiten für die Schulgemeinschaft zubereiten. Der Neubau wird als klimaneutrales Gebäude geplant. Das bedeutet, dass der Energiebedarf des Gebäudes vollständig durch erneuerbare Energien ausgeglichen wird. Der gesamte Energieverbrauch im Betrieb wird durch die Photovoltaikanlagen gedeckt.
Der Freistaat Bayern beteiligt sich an den Gesamtkosten mit einer Förderung von rund 63 Millionen Euro im Rahmen des Bayerischen Finanzausgleichsgesetzes (BayFAG). Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert das Bauvorhaben (1. Bauabschnitt) durch einen zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss innerhalb der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), erreicht wird der Standard „Neubau Effizienzgebäude 40“. Außerdem fördert die KfW das Bauvorhaben (zweiter Bauabschnitt) im Zuge des Programms „Klimafreundlicher Neubau Nichtwohngebäude Kommunen“ mit einer halben Million Euro.








