Beschluss zum Neubau der Integrierten Leitstelle Nürnberg:

Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung gibt grünes Licht

Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Nürnberg (ZRFN) hat in seiner heutigen Sitzung einen wegweisenden Beschluss gefasst: Der Neubau der Integrierten Leitstelle (ILS) Nürnberg im nördlichen Stadtgebiet Nürnbergs wird offiziell auf den Weg gebracht. Damit schafft der ZRFN die Grundlage für eine zukunftsorientierte und leistungsfähige ILS, die den steigenden Anforderungen im Rettungsdienst, bei der Feuerwehr und im Bevölkerungsschutz langfristig gerecht wird.

Die ILS Nürnberg, betrieben von der Feuerwehr der Stadt Nürnberg, ist für die kreisfreien Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen sowie für die Landkreise Nürnberger Land, Erlangen-Höchstadt und Fürth zuständig – ein Gebiet mit rund 1,2 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern und einer Fläche von etwa 2 000 Quadratkilometern. Angesichts des in den zurückliegenden Jahren stetig gestiegenen Einsatzaufkommens, neuen technischen Anforderungen und gestiegener Sicherheitsstandards als Teil der Kritischen Infrastruktur ist der Neubau ein zentraler Baustein der regionalen Gefahrenabwehr und Gesundheitsversorgung.

Bei der Sitzung des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung am heutigen Dienstag, 16. Dezember 2025, haben sich die Vertreter der beteiligten Gebietskörperschaften einstimmig auf den Neubau einer Integrierten Leitstelle in Nürnberg geeinigt. Von links nach rechts: Der Landrat des Landkreises Nürnberger Land, Armin Kroder, der Landrat des Landkreises Fürth, Bernd Obst, Erlangens Bürgermeister Jörg Volleth, der Landrat des Landkreises Erlangen-Höchstadt, Alexander Tritthart, Nürnbergs Bürgermeister Christian Vogel, Fürths berufsmäßiger Stadtrat Mathias Kreitinger. Foto: Andreas Franke / Stadt Nürnberg

Mit dem heutigen Beschluss werden die Weichen für eine ILS Nürnberg, die den Bedürfnissen der kommenden Jahrzehnte entspricht, gestellt. Moderne Infrastruktur, hochverfügbare IT-Systeme und ein arbeitsplatzergonomisch optimiertes, attraktives Umfeld sorgen nicht nur für mehr Resilienz, sondern auch für stabile und sichere Abläufe im Notruf- und Einsatzmanagement:

• höchste technische Verfügbarkeiten gewährleisten,

• redundante und resiliente Strukturen für Krisenund Ausnahmesituationen schaffen,

• ergonomische, mitarbeiterfreundliche Arbeitsplätze bieten,

• die Grundlage für digitalisierte Prozesse und den Einsatz neuer Technologien wie KI-gestützte Entscheidungsunterstützung legen,

• Raum für Aus- und Fortbildung, Simulation und Qualitätssicherung schaffen.

Der ZRFN-Verbandsvorsitzende, der Landrat des Landkreises Nürnberger Land, Armin Kroder, betont:

„Der heutige einstimmige Beschluss unserer 40. Verbandsversammlung zum Neubau der Integrierten Leitstelle Nürnberg ist ein kraftvolles und zukunftsweisendes Ergebnis unserer interkommunalen Zusammenarbeit. Wir geben damit den Startschuss für ein hochmodernes Zentrum, das jährlich mehrere hunderttausend Notfälle für 1,2 Millionen Menschen in Nürnberg, Fürth und Erlangen sowie in den Landkreisen Nürnberger Land, Fürth und Erlangen-Höchstadt koordiniert. Dieser Beschluss ist ein klares Bekenntnis zu unserer gemeinsamen Verantwortung für die Sicherheit und Resilienz in unserer gesamten Region.

Die neue Integrierte Leitstelle wird die Koordination von Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutz auf ein neues Level heben und uns robuster für künftige Herausforderungen machen. Sie ist eine Investition, die die Schlagkraft und Vernetzung aller nicht-polizeilichen Partner in Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben stärkt.

Mein besonderer Dank gilt den sechs beteiligten Kommunen und der Zustimmung ihrer Gremien zum Neubau der ILS. Durch ihr Vertrauen, ihre Geschlossenheit und ihre finanzielle Weitsicht ermöglichen sie dieses wegweisende Projekt. Es ist ein leuchtendes Beispiel dafür, was wir gemeinsam für die sichere Zukunft unserer Bürgerinnen und Bürger erreichen können“, fügt Kroder hinzu.

Konkrete Planungsphase

Mit dem Beschluss wird nun die konkrete Planungsphase weitergeführt. Diese umfasst die bauliche und technische Detailplanung sowie die Vorbereitung des Ausschreibungsverfahrens.

Neben den durch den ZRFN finanzierten Räumlichkeiten für die ILS Nürnberg wird die Feuerwehr Stabsund Führungsr.ume für die Bewältigung von Großschadensund Katastrophenlagen im Stadtgebiet Nürnberg, Raum für weitere städtische ITInfrastrukturen sowie einen separaten Gebäudeabschnitt für das Sachgebiet Elektround Kommunikationstechnik der Feuerwehr Nürnberg errichten, das unter anderem für den Betrieb des Nürnberger Brandmeldenetztes und den Bau der städtischen Netzwerkinfrastruktur zuständig ist.

Die Animation zeigt den derzeitigen Planungsstand für den Neubau einer Integrierten Leitstelle in Nürnberg. Der Beschluss zum Neubau fiel am heutigen Dienstag, 16. Dezember 2025, bei einer Sitzung des Zweckverbands für Feuerwehr und Rettungsdienste. Foto: Hochbauamt Stadt Nürnberg / Trapez Architektur

Die Inbetriebnahme des neuen Gebäudes ist – vorbehaltlich der weiteren Planungsund Genehmigungsprozesse sowie der Genehmigung des Nürnberger Stadthaushalts 2026 durch die Regierung von Mittelfranken – im Jahr 2030 vorgesehen. Die Stadt Nürnberg wird als Bauherrin über den Fortschritt regelmäßig informieren. Die Kosten für den Neubau der ILS belaufen sich auf rund 73,8 Millionen Euro, wobei mit Fördermitteln von rund acht Millionen Euro des Freistaats Bayern gerechnet wird. Die Kosten für den Gesamtkomplex mit den weiteren städtischen Nutzungseinheiten belaufen sich auf rund 134 Millionen Euro.

Das Gebäude der bestehenden Integrierten Leitstelle Nürnberg auf dem Gelände der Feuerwache 4 wird als zukünftige Notleitstelle genutzt. Planungen des Bayerischen Staatsministerium des Innern für Sport und Integration sehen diese auch als Notleitstelle für Integrierte Leitstellen im nordbayerischen Raum vor.

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