„Nürnberg ist und bleibt in Aktion für Inklusion: Der Sozialausschuss gibt uns kräftigen Rückenwind auf dem Weg zur inklusiven Stadt“, so das Fazit von Elisabeth Ries, Referentin für Jugend, Familie und Soziales der Stadt Nürnberg, nach dem Bericht im Sozialausschuss des Stadtrats am heutigen Donnerstag, 4. Dezember 2025. Dort wurden der aktuelle Stand der Fortschreibung des Nürnberger Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) vorgestellt und Fortschritte präsentiert – in enger Kooperation mit dem Behindertenrat Nürnberg und vielen weiteren Partnern.
„Ich freue mich“, so die Referentin, „dass der Stadtrat in den diesjährigen Haushaltsberatungen trotz der schwierigen Finanzsituation auch für das kommende Jahr 250 000 Euro für den Verfügungsfonds zum Aktionsplan freigegeben hat – eine wichtige Antriebsfeder für den geschäftsbereichsübergreifenden Prozess.“ Auch Daniel Puff, Mitglied des Behindertenrats der Stadt Nürnberg, würdigt die Entwicklung: „Wir erleben eine sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Stadt und gleichzeitig wissen wir, dass wir weiter dranbleiben müssen, damit echte Teilhabe überall spürbar wird.“

Foto: Giulia Iannicelli
Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK
Unter dem Motto „Nürnberg in Aktion für Inklusion“ hatte der Stadtrat im Dezember 2021 den Ersten Nürnberger Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK verabschiedet. Ziel ist, sichtbare wie unsichtbare Barrieren abzubauen und allen Menschen die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Ursprünglich mit über 200 Maßnahmen gestartet, ist der Aktionsplan als „lebendes Produkt“ kontinuierlich gewachsen: Aktuell umfasst er 336 Maßnahmen, von denen 228 bereits erfolgreich umgesetzt sind und 81 sich in aktiver Umsetzung befinden. Der jeweils aktuelle Stand ist unter inklusion.nuernberg.de einsehbar.
Europaweite Anerkennung als wichtiger Impuls
Ein bedeutender Meilenstein, der dem Nürnberger Inklusionsprozess zusätzlich Rückenwind verliehen hat, war die Auszeichnung Nürnbergs beim Access City Award 2025, der von der Europäischen Kommission verliehen wird: Die Stadt erhielt im November 2024 in Brüssel den mit 120 000 Euro dotierten zweiten Preis sowie einen Sonderpreis für inklusive Sportinfrastruktur. Diese europaweite Anerkennung hat 2025 spürbar dazu beigetragen, den eingeschlagenen Kurs weiter zu bestärken und zusätzliche Motivation und Sichtbarkeit für die Umsetzung inklusiver Maßnahmen zu erzeugen.
Angebotsdatenbank Inklusion
Seit Dezember 2024 bildet die Angebotsdatenbank Inklusion die zweite tragende Säule des Nürnberger Aktionsplans. Sie zeigt die Vielfalt in Nürnberg auf. Bereits ein Jahr nach dem Start verzeichnet die Plattform 215 eingetragene inklusive Angebote. Besonders innovativ ist die dezentrale Pflege: Anbieterinnen und Anbieter können ihre Angebote über ein OnlineFormular selbst eintragen. Die Datenbank ist unter inklusionsangebote.nuernberg.de erreichbar.
Verfügungsfonds UN-BRK: Motor für inklusive Projekte
Um die Umsetzung inklusiver Maßnahmen zu beschleunigen, wurde der Verfügungsfonds Aktionsplan UNBRK eingerichtet, der für die Jahre 2022 bis 2024 insgesamt 625 000 Euro umfasste. 2024 hat der Stadtrat eine Verlängerung um weitere drei Jahre bis 2027 mit 250 000 Euro jährlich beschlossen. 131 Maßnahmen konnten mithilfe des Fonds bereits umgesetzt werden. „Unser Motto Nürnberg in Aktion für Inklusion können wir so mit Leben füllen“, so Ries.
Besonders innovativ ist die Entwicklung eines Notrufsystems für gehörlose Menschen in Aufzügen. Es wurde im Rahmen eines bundesweit einzigartigen Pilotprojekts realisiert und inzwischen im Heilig-Geist-Haus sowie im Rathaus Wolffscher Bau installiert. Die Projektidee entstand auf der Nürnberger Inklusionskonferenz 2023. Ein weiterer Höhepunkt waren die Deutschen FußballInklusionstage vom 10. bis 12. Oktober 2025 auf dem Nürnberger Hauptmarkt. Unter dem Leitgedanken „Mit Fußball in die Mitte der Gesellschaft“ kamen Spielerinnen und Spieler mit und ohne Behinderung aus dem gesamten Bundesgebiet zusammen.
Auch im internationalen Austausch setzt Nürnberg Akzente. Zum 40. Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Glasgow wurde der inklusive Austausch zwischen der Noris Inklusion gGmbH und der schottischen Werkstatt Fortune Works erneut aufgenommen. Diese Kooperation ermöglicht Menschen mit Behinderung wertvolle Einblicke in unterschiedliche Werkstattkonzepte und eröffnet ihnen neue Perspektiven im europäischen Kontext.
Mit den erreichten Fortschritten, der europaweiten Anerkennung und dem anhaltenden Engagement aller Beteiligten bestätigt Nürnberg seinen Anspruch, den Weg zu einer barrierefreien und inklusiven Stadt konsequent weiterzugehen. Der Aktionsplan UN-BRK bleibt dabei das zentrale Steuerungsinstrument, das offen und dynamisch weiterentwickelt wird.








