Der Duft von Wildbratwürsten und viele interessierte Gespräche zwischen Jägerinnen, Jägern und Besuchern: Der Jägermarkt in Rütteldorf hat sich längst zu einem festen Termin im Jahreskalender des Landkreises Fürth entwickelt. Zum fünften Mal fand die Veranstaltung nun statt – verbunden mit der Pflicht-Hegeschau für die rund 60 Reviere in Stadt und Landkreis Fürth.
Die Initiative „Gutes aus dem Fürther Land“ besuchte zusammen mit Landrat Bernd Obst den Markt in Rütteldorf bei Cadolzburg. Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Naturschutz und regionaler Vermarktung waren der Einladung gefolgt. Dabei stand der Dialog zwischen der Jägerschaft und den Bürgern im Mittelpunkt.

„Die Jägerinnen und Jäger im Landkreis Fürth leisten Erstaunliches – oft unbemerkt, aber von großem Wert für unsere Region“, betonte Landrat Bernd Obst bei seinem Rundgang. „Sie engagieren sich nicht nur für die Regulierung des Wildbestandes, sondern tragen wesentlich zu Natur- und Artenschutz, zur Seuchenprävention und zur Umweltbildung bei. Eine ehrenamtliche Tätigkeit, die Anerkennung verdient.“
Die Jägerschaft Fürth Stadt und Land e.V., die derzeit rund 440 Mitglieder zählt, organisiert den Jägermarkt in Rütteldorf seit 2019. Nach einer pandemiebedingten Pause etablierte sich die Veranstaltung ab 2022 fest im Jahresrhythmus. Neben der gesetzlichen Hegeschau, bei der alle im vergangenen Jagdjahr erlegten Rehböcke vorgestellt werden, bietet der Markt Informationen rund um Wild, Wald und Natur – sowie jede Menge Gelegenheit zum Austausch.
Erich Reichert, erster Vorsitzender der Jägerschaft, unterstrich die Bedeutung des Marktes: „Uns geht es nicht um den reinen Verkauf, sondern darum, Verständnis für die vielfältigen Aufgaben der Jägerinnen und Jäger zu schaffen.“ Diese Aufgaben reichen von der Bekämpfung invasiver Arten über das Anlegen von Biotopen bis hin zur Umweltbildung in Kindergärten und Schulen. Alles geschieht ehrenamtlich – ohne Steuermittel.

Fotos: Landratsamt Fürth
Darüber hinaus leisten Jägerinnen und Jäger einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Wälder. Durch die Regulierung des Wildbestandes wird verhindert, dass junge Bäume zu stark verbissen werden und die natürliche Verjüngung des Waldes leidet. So helfen Jäger aktiv mit, dass Laub- und Mischwälder gesund heranwachsen und sich widerstandsfähig gegen Klimawandel und Schädlingsbefall entwickeln können. Viele Revierinhaber beteiligen sich zudem an Aufforstungsmaßnahmen und arbeiten eng mit Forstbetrieben und Waldbesitzern zusammen.
Auch die regionale Vermarktung spielt eine Rolle: Wild aus heimischen Revieren wird auf Märkten wie dem Weihnachtsmarkt Burgfarrnbach, dem Herbstzauber in Raindorf oder dem Herbstmarkt in Ammerndorf angeboten – ganz im Sinne des Leitgedankens “Gutes aus dem Fürther Land“.
Zum Abschluss zeigte sich Landrat Obst beeindruckt: „Der Jägermarkt ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Naturschutz, Tradition und regionale Wertschöpfung miteinander verbunden werden können. Hier zeigt sich, wie lebendig und verantwortungsbewusst unser ländlicher Raum ist.“
Der Verein Jägerschaft Fürth Stadt und Land e.V. im Bayerischen Jagdverband wurde 1877 gegründet und zählt zu den ältesten Jagd- und Naturschutzvereinen Bayerns. Im Jahr 2027 feiert die Jägerschaft ihr 150-jähriges Bestehen. Neben der Ausbildung von Jungjägern engagiert sich der Verein für den Erhalt artenreicher Lebensräume und die Aufklärung über heimische Wildtiere.








