Farbenfroh, lebendig und voller Botschaft: Die bislang graue Mauer an der Ecke Tuchergartenstraße/Löbleinstraße wurde am Montag, 29. September, feierlich als neues Mural der Öffentlichkeit übergeben. Jugendliche des Jugendtreffs Maxfeld und Schülerinnen und Schüler des Hans-Sachs-Gymnasiums hatten die Wand im Rahmen des städtischen Jugendbeteiligungsmodells laut! in Zusammenarbeit mit dem Atelierkollektiv MR24 und dem Street-Art-Künstler Sebastian „kl52“ Lohmaier gestaltet.

Bei der Einweihung begrüßte Tonci Huck, Projektleiter des Jugendtreffs Maxfeld, die zahlreichen Gäste und erinnerte daran, wie alles begann: „Vor gut zwei Jahren kam eine Besucherin auf mich zu und fragte, ob man die große Mauer nicht gestalten könne. Heute stehen wir hier und eröffnen ein Projekt, das von Jugendlichen initiiert und in jedem Schritt begleitet wurde. Die Mauer zeigt: Wenn wir Jugendlichen Raum geben, gestalten sie Zukunft bunt, mutig und gemeinsam.“ Huck dankte dem Jugendpartizipationsprojekt laut!, dem Arbeitskreis Nord, dem Hans-Sachs-Gymnasium, Schulleiter Dirk Benker, dem Künstler Sebastian Lohmaier und allen Jugendlichen, „ohne die es dieses Projekt nicht gäbe“.

Auch Oberbürgermeister Marcus König zeigte sich begeistert: Zwei Jahre seien für ein solches Vorhaben erstaunlich schnell vergangen und das Ergebnis könne sich sehen lassen. „Es zeigt, dass wir gemeinsam etwas verändern können. Ich bin Fan von laut!, weil es junge Menschen motiviert, ihre Stadt mitzugestalten. Was hier entstanden ist, ist echte Kunst und verschönert unseren öffentlichen Raum. Ich wünsche mir, dass diese Mauer respektiert wird und wir künftig weitere Flächen in Nürnberg für solche Projekte freigeben.“
Sozialreferentin Elisabeth Ries hob hervor, wie wichtig es sei, dass junge Menschen sichtbar in der Stadt bleiben: „Das Mural ist ein Symbol für Kreativität und Zusammenhalt. Ich hoffe, dass weitere Wände folgen und sich viele Jugendliche inspiriert fühlen, ihre Stadt mitzugestalten.“
Auch Schulreferentin Cornelia Trinkl betonte die Bedeutung solcher Projekte für Partizipation und Demokratiebildung und freute sich darüber, dass sich Schule und Stadtteil gemeinsam öffneten und gestalteten.

Schulleiter Dirk Benker, der erst seit kurzem im Amt ist, ergänzte, dass Mauern traditionell eher trennen, diese Mauer jedoch Schule und Stadtteil verbinde. „Jugendliche sind oft als Störfaktor verschrien, hier aber zeigen sie, dass sie Verantwortung übernehmen und die Stadt mitgestalten wollen.“Der künstlerische Leiter Sebastian Lohmaier lobte die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen und der Nachbarschaft und wünschte sich, dass Nürnberg künftig noch mehr Flächen für legale Graffiti-Kunst zur Verfügung stellt.
Nach den Ansprachen wurde das Mural mit dem feierlichen Durchschneiden des roten Bandes offiziell eröffnet. Anschließend konnten die Gäste alkoholfreie Cocktails genießen, an Mitmachstationen selbst zur Sprühdose greifen und mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch kommen.
Mit dem Mural ist nicht nur ein farbenfrohes Kunstwerk entstanden, sondern auch ein starkes Zeichen für kreative Teilhabe, Jugendbeteiligung und das gelungene Miteinander von Schule, Stadt und Nachbarschaft.








